Zwischen den Welten: Verfolgung und Exil – die Bedeutung und Situation von türkischen Kriegsdienstverweigerern

Allerweltskino

Sonntag, 15. September 2019 | 15:00 | Filmforum im Museum Ludwig, Eingang auf
der Rückseite des Museums, Bischofsgartenstraße 1, 50667 Köln

In Anwesenheit des bedrohten Regisseurs

Seit Jahren verletzt die türkische Regierung die Menschenrechte und führt Krieg im eigenen Land und im benachbarten Syrien. Wenig bekannt ist, dass dieser Krieg trotz Repression häufig auf Verweigerung stößt: 2014 gab es in der Türkei nach offiziellen Angaben 750 000 „Dienstflüchtige“ – Menschen, die sich häufig seit Jahren auf der Flucht vor dem Militär befanden und in der Türkei in der Illegalität leben müssen. Der Staat musste auf diese massive Verweigerung reagieren, mittlerweile kann eine Reduzierung des Militärdienstes erkauft werden. Trotzdem bleibt die Türkei das einzige Land im Europarat, in dem keine legale Kriegsdienstverweigerung möglich ist. Etliche Kriegsdienstverweigerer sind im Ausland – so wie auch Ibrahim Cemil Özdemir.

Cemil Özdemir lebt seit Jahren 'geduldet' in Deutschland. Drohende Zwangsrekrutierung und die Erfahrung von staatlicher Verfolgung und Folter stellen bisher nach Ansicht der hiesigen Behörden und Justiz kein Abschiebehindernis dar. Von staatlicher Repression und Sehnsucht handeln seine beiden Kurzfilme 'My Mother is Saturday' und 'Exil'. Neben diesen Filmen wird der Film 'Collateral Damage of Education' gezeigt, ein Dokumentarfilm über Kriegsdienstverweigerung in der Türkei. Alle Filme sind auf Türkisch mit englischen Untertiteln. Anschließend ist eine Podiumsdiskussion mit Cemil Ötzdemir und Rudi Friedrich (angefragt) von „Connection e. V. – Internationale Arbeit für Kriegsdienstverweigerer und Deserteure“ geplant.

Mit der Veranstaltung wollen wir dem Heer der Kriegsdienstverweigerer eine Stimme geben und für das Recht auf Kriegsdienstverweigerung eintreten. Nicht die Verweigerung zu Töten ist das Unrecht, sondern das Morden und der Krieg selbst.

Der Eintritt zu dieser Solidaritätsveranstaltung ist frei, die Spenden sollen zur Finanzierung der Anwaltskosten und der Veranstaltung dienen.

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